Glossar: Zentrale Begriffe des Buddhismus

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Abhidhamma/Abhidharma: Wörtliche Bedeutung: »höhere Lehre«. Dritter Teil des Tipitaka (Dreikorbs) des Pali-Kanons, auf den sich primär der Theravada-Buddhismus beruft. Syste­matisierung der buddhistischen Lehre. Frühestes Kompendium buddhistischer Philosophie und Psychologie, in dem die Lehren des Buddha und seiner Hauptschüler analysiert, geordnet und systematisiert wurden. Alle geistigen und körperlich-materiellen Prozesse werden mit Hilfe der »Dhammas«, letztendlicher Realitäten, erklärt und in einen logischen, nachvollziehbaren und praktisch anwendbaren Ursache-Wirkungszusammenhang gebracht. Der Abhidhamma besteht aus 7 Büchern, ist in Pali verfaßt und genießt vor allem in Myanmar (Burma) höchste Beach­tung. Der Abhidharma der Sarvastivada-Schule (einer späteren Hinayana- bzw. Dhammayana-Schule am Übergang zum Mahayana), in Sanskrit verfaßt, besteht wie der Abdidhamma eben­falls aus 7 Büchern, die aber z.T. beträchtlich von diesem abweichen. Er ist nur in tibetischen und chinesischen Übersetzungen erhalten.


Achtfacher Pfad: Praktisch hat die ganze Lehre des Buddha, der er sich 45 Jahre gewidmet hat, in irgendeiner Weise mit dem achtfachen Pfad zu tun. Er stellt eine praktische Weg­weisung zur vollständigen Leidensaufhebung – dem Nirvana – dar, wenn alle nachfolgenden acht Elemente erfolgreich von einem selbst gemeistert werden:

In einer anderen, kompakteren Form wird der Weg dreigliederig dargestellt:


Arahat/Arhant: Arahat (Pali) bzw. Arhant (Sanskrit) bedeutet »Der Befreite, Heilige, Er­leuchtete«. Er hat alle Befleckungen und Leidenschaften ausgelöscht, die Daseins-Fesseln überwunden, stirbt nur mehr einen letzten Tod und wird nicht mehr wiedergeboren. Eines der Erlösungsziele im Dhammayana bzw. Hinayana.


Bekenntnis: Das Buddhistische Bekenntnis wurde erstmals 1984 von der DBU erarbeitet und abgestimmt. In der DBU-Mitgliederversammlung von 2004 wurde das Bekenntnis nochmals sprachlich überarbeitet und die zeitlos gültigen Botschaften des Buddha über Vergänglichkeit (anicca), Leidhaftigkeit (dukkha), Nicht-Ich (anatta) und Befreiung (nirvana) wurden als wichtige Bestandteile der Kernlehre benannt. Der gemeinsam gefundene Konsens im Bekenntnis macht deutlich, dass alle buddhistischen Traditionen in der Kernlehre des Buddhismus einig sind. Lesen Sie den Wortlaut hier!


Bodhisattva/Bodhisatta: Bodhisattva (Sanskrit) bzw. Bodhisatta (Pali) bedeutet wörtlich »Erleuchtungswesen«. Ein Bodhisattva ist ein Wesen, das durch die systematische Ausübung der Tugendvollkommenheiten (Paramita) die Buddhaschaft anstrebt. Im Mahayana heißt es, daß er jedoch solange auf das Eingehen ins vollständige Nirvana verzichtet, bis alle Wesen erlöst sind. Die sein Handeln bestimmende Eigenschaft ist Mitgefühl (Karuna), getragen von Weisheit (Prajna).


Buddha: Buddha (Pali) bedeutet wörtlich »Der Erleuchtete« bzw. »der Erwachte«.


Dharma/Dhamma: Dharma (Sanskrit) bzw. Dhamma (Pali) bedeutet wörtlich »das Tragende«. Gemeint ist die Lehre des Buddha, die Wahrheit und Gesetzmäßigkeit, die der Buddha erkannt, angewandt und gelehrt hat. Die Essenz der Lehre ist in den Vier Edlen Wahrheiten zusam­mengefaßt. Die universelle Lehre wird in ihren Kennzeichen als wirklichkeitsgetreu, sichtbar, zeitlos, befreiend, anwendbar und von Weisen nachvollziehbar beschrieben.


Dhammayana: das Fahrzeug (Yana) der Lehre (Dhamma). Schulen des Buddhismus, in denen die Lehre des Buddha im Vordergrund steht: Theravada, Frühbuddhismus. Auch ursprünglicher Buddhismus, Pali-Buddhismus oder Hinayana genannt. (Siehe auch Schulen)


Dukkha: Leid/Leidhaftigkeit des Seins. Drei Arten werden unterschieden: 1. das körperliche oder geistig empfundene Leidensgefühl; 2. das Bedrücktsein aller Daseinsgebilde durch das immerwährende Entstehen und Vergehen; 3. das Leid infolge der Tatsache, dass alle an­genehmen und glücklichen Gefühle durch ihre Vergänglichkeit den Keim des Leidens in sich tragen. Hauptwurzel des Leids ist das Begehren (Tanha).


Einheit in der Vielfalt: Einheit der Buddhisten bedeutet, dass die Buddhisten in der Kernlehre übereinstimmen. Dies kommt auch im gemeinsamen Bekenntnis zum Ausdruck. Die Betonung der Vielfalt in der Einheit bedeutet, dass in den unterschiedliche Praxisansätze, die sich in den unterschiedlichen Tradionen des Buddhismus - im Theravada und Mahayana - entwickelt haben eine Bereicherung gesehen wird. Sie alle haben die gleiche Lehre zur Grundlage und sind Mittel auf dem gemeinsamen Befreiungsweg.


Guru: »(ehrwürdiger) Lehrer«, »spiritueller Meister«, der den Weg kennt und der einem suchen­den Menschen den Sinn und Zweck des Daseins erklären kann, sowie auch den Weg zur Selbstverwirklichung, der aber auch die Gefahren und Hindernisse aufzeigt und bei deren Bewältigung hilfreich zur Seite steht.


Hinayana: »Kleines Fahrzeug« bzw. »minderes« Fahrzeug – abschätziger Ausdruck von Anhängern des Mahayana für die Schulen des ursprünglichen oder Pali-Buddhismus (siehe auch Dhammayana). Das Hinayana wird auch manchmal als »südlicher Buddhismus« bezeich­net, da es vor allem in den südlichen Ländern Asiens verbreitet ist: Sri Lanka (Ceylon), Myanmar (Burma), Thailand, Laos, Kambodscha. Von 18 ursprünglichen Hinayana-Schulen ist der Theravada die einzig durchgängige, heute existierende Tradition, die die Originallehre authentisch bewahrt und verbreitet hat. Im Hinayana steht die Einzelerlösung durch eigene Anstrengung im Vordergrund, die am Besten auf dem monastischen Weg erreicht werden kann. Der Buddha wird nur als Lehrer und Wegweiser gesehen – den Weg gehen muß jeder selber. Das Ideal des Arahats wird betont und damit das Ziel Erlöschung, Erleuchtung, Befreiung (Nibbana/Nirvana).


Kamma/Karma: »Wirken, Tat, Absicht«, kurz: der eine Wiedergeburt erzeugende oder den Charakter und Geschick der Wesen beeinflussende heilsame oder unheilsame Wille, sowie die damit verbundenen Geistesfaktoren. Gewirkt wird mittels Taten, Worten oder auch nur Gedanken, und was einem widerfährt ist das Resultat, die »Frucht« von früher Gewirktem.


Karuna: »Mitgefühl« ist einer der vier göttlichen Verweilungszustände (brahmavihara).


Lehre des Buddha (universelle): Buddhas universelle Lehre (dharma) ist wirklichkeitsgetreu, jederzeit sichtbar, zeitlos wirksam, befreiend, anwendbar und von Weisen aus eigener Erfah­rung und Kraft nachvollziehbar. Wirklichkseitsgetreu bedeutet, dass sie die Gesetz­mässig­keiten zur Enstehung und zur Befreiung vom Leiden realistisch, d. h. in Überein­stimmung mit der Wirklichkeit beschreibt. Jederzeit sicht­bar bedeutet, dass sie aus eigener Erfahrung sichtbar ist und anhand der uns jederzeit verfügbaren Daseinswirklichkeit nachvollzogen werden kann. Zeitlos ist die Lehre, weil sie sich in Kernaussagen auf Gesetze des Daseins bezieht, die an keine Zeit gebunden sind. Das Kennzeichen »Befreiend« bedeutet, dass sie, wenn richtig angewendet, einem zur Befreiung führt. Anwendbar bedeutet, dass sie von jedem der dazu bereit ist, angewendet werden kann. Von Weisen aus eigener Kraft im inneren nachvollziehbar bedeutet, dass sie mit keinem Besitzanspruch verbunden ist, sondern diese im inneren aus eigener Erfahrung und Kraft nachvollzogen werden kann, wenn man eine entsprechende Weisheit in seinem Geist entwickelt hat. Die Kerninhalte der Lehre sind in den Vier Edlen Wahrheiten beschrieben.


Madhyamika: Wörtliche Bedeutung: »Vertreter des Mittleren Weges«. Schule des Mahayana-Buddhismus, die von Nagarjuna und Aryadeva begründet wurde. Es ist der mittlere Weg in Hinsicht auf das Sein oder Nicht-Sein der Dinge. Der illusionäre Charakter und die Relativität aller Erscheinungen wird aufgezeigt. Da alle Phänomene in Abhängigkeit von bestimmten Bedingungen entstehen, haben sie kein eigenes Sein und sind leer von einem unvergänglichen Selbst. Ein Schlüsselbegriff der Madhyamika-Schule ist die Leerheit (Sunyata): es ist die Leerheit von einem Selbst und die Erlöstheit. Die Leerheit zu verwirklichen, heißt Befreiung zu erlangen.


Mahayana: »Großes Fahrzeug«. Entwickelte sich etwa um die Zeitwende aus der Schule der Mahasanghikas. »Großes Fahrzeug« heißt es auch, weil es durch seine Vielfältigkeit einer großen Anzahl von Menschen den Weg zur Erlösung öffnet, ja, alle Wesen erlösen will. Das Mahayana wird auch manchmal als »nördlicher Buddhismus« bezeichnet, da es vor allem in den nördlichen Ländern Asiens verbreitet ist: Tibet, Mongolei, China, Japan, Korea, Vietnam. Im Mahayana wird weniger Wert auf ein mönchisches Leben gelegt; hier können auch Laien einfach das Nirvana verwirklichen, wobei sie auf die tätige Hilfe von Buddhas und Bodhisattvas zählen dürfen. Dem Mahayana eigen ist die Auffassung des transzendenten Charakters des Buddha. Das Bodhisattva-Ideal und der Begriff der Leerheit (Sunyata) wird betont. (Siehe auch Schulen)


Mahasanghika: Angehörige der großen Gemeinde. Spalteten sich 100 Jahre nach Buddhas Tod (383 vor unserer Zeitrechnung) von den Theravadins (Angehörige der Schule der Alten) ab und behaupteten, in der Mehrheit zu sein. Die Mahasanghikas werden als Vorläufer des Mahayana angesehen.


Mandala: »Kreis«. Das Mandala ist eine symbolische Darstellung von kosmischen Kräften, die im tibetischen Buddhismus eine große Rolle spielt und auch oft auf Rollbildern (Thangkhas) dargestellt wird. Mandalas werden als Meditationshilfe verwendet und sind auch für bestimmte Visualisationen von Bedeutung. Man kann die gesamte äußere Welt, sowie auch den Körper und das Bewusstsein als Mandala sehen. Es wird als eine durch Meditation bewirkte Zusam­menführung zahlreicher unterschiedlicher Elemente zu einer Einheit verstanden.


Mantra: ein Wort, eine Silbe oder auch ein Spruch, welcher energiestimulierend wirkt. Es kann gewisse Aspekten eines Buddhas zum Ausdrck bringen bzw. ist ein Name eines solchen. Eine Form der Meditation ist die ständige Wiederholung dieser Silbe(n). Im tibetischen Buddhis­mus fungiert das Mantra auch als ein helfendes bzw. schützendes Mittel.


Mudra: »Siegel, Zeichen«. Das Mudra ist eine typische Körperhaltung oder symbolische Geste, mit welcher in der buddhistischen Ikonografie eine Buddhafigur dargestellt wird. Diese Gesten stellen zum Teil natürliche Haltungen dar oder auch symbolisieren sie bestimmte Aspekte der buddhistischen Lehre. Eine besondere Bedeutung haben Mudras im Mahayana, wo sie zusammen mit der Rezitation von Mantras kultische Handlungen begleiten. Sie können dabei helfen bestimmte innere Zustände zu verwirklichen, indem sie deren körperliche Ausdrucks­formen vorwegnehmen. Auch tragen sie dazu bei, eine Verbindung zwischen dem praktizie­renden Menschen und dem in der jeweiliger Übung visualisierten Buddha herzustellen.


Nibbana/Nirvana: Nibbana (Pali) bzw. Nirvana (Sanskrit) bedeutet »Erlöschen«. Höchstes und letztes Endziel im Buddhismus. Nibbana ist eine letztendliche, überweltliche Realität, frei von Entstehen und Vergehen, die es zu erfahren gilt. Es ist die restlose, unumkehrbare Befreiung von allen Fesseln und unheilsamen Wurzeln, insbesondere von Gier, Hass und Verblendung, die absolute Leidfreiheit. Nibbana ist der Ausstieg aus Samsara, dem Kreislauf der Wieder­geburten. Nibbana kann bei Lebzeiten erlangt werden – dann ist es das Erlöschen der Geistestrübungen und Leidenschaften – und im Tod ist es das restlose Erlöschen auch aller Daseinsgruppen bzw. aller geistiger und körperlicher Prozesse. Darüber hinaus bedeutet Nirvana im Mahayana auch Freiheit von Bindungen an Illusionen und Begierden, Erfahrung des Eins-Seins mit dem Absoluten, der Einheit von Samsara mit dem Transzen­denten, Aufhören allen Unterscheidens und aller Trennungen.


Pali-Kanon: Grundlagenwerk der Theravada-Schule und des Dhammayana. Älteste schriftliche Fixierung des Buddhismus aus dem ersten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, auf Palmblättern in der Sprache Pali und in singhalesischen Schriftzeichen niedergeschrieben. Pali ist vermutlich die Sprache, in der der Buddha lehrte. Der Pali-Kanon gliedert sich in drei Bereiche oder Körbe (siehe Tipitaka): 1. Vinaya (Ordensregeln), 2. Suttanta (Lehrreden), 3. Abhidhamma (systematisierte, höhere Lehre).


Panna/Prajna: »Erkennen, Einsicht, Wissen, Weisheit« umfasst ein weites Gebiet. Als das zum Achtfachen Pfad gehörende spezifisch buddhistische Wissen bezeichnet man das sog. Hellblickswissen (vipassana-panna), d.h. die Durchschauung aller Daseinsgebilde als vergäng­lich, leidhaft und unpersönlich.


Paramita/Parami: »(höchste) Vollkommenheiten«, d.h. die Tugenden, die ein Bodhisattva während seiner Laufbahn vervollkommnet. Die Vollkommenheiten werden in den Kommentaren und späteren Werken behandelt. Es sind: Gebefreudigkeit (dana), Sittlichkeit (sila), Geduld (khanti), Tatkraft (viriya), Meditation (jhana), Weisheit (pannâ).


Paticcasamuppada: »bedingtes Entstehen« ist die Lehre von der Bedingtheit aller das sogenannte individuelle Dasein ausmachenden körperlichen und geistigen Phänomene. Sie bildet eine unumgängliche Voraussetzung für das eigentliche Verständnis der buddhistischen Lehre. Die zumeist benutzte zwölfgliedrige Formel des bedingten Enentstehens lautet in Kürze: Durch Unwissenheit bedingt sind die Karmaformationen, dadurch das Bewusstsein, dadurch das Körperlich-Geistige, dadurch die sechs Grundlagen, dadurch der Bewusstseins­eindruck, dadurch das Gefühl, dadurch das Begehren, dadurch das Anhaften, dadurch der Werdeprozess, dadurch die Wiedergeburt und dadurch Altern und Sterben. Der Buddha lehrte das bedingte Zusammenentstehen um zu zeigen, dass es durch die Unwissenheit und Ver­blendung zu diesem gegenwärtigen Dasein und Leiden gekommen ist, und wie es nach der Aufhebung von Unwissenheit und dem dadurch bedingten Begehren und Anhaften zu keiner neuen Wiedergeburt mehr kommt und so der Stillstand des Daseinsprozesses und die Erlö­schung alles Leidens verwirklicht wird. In der buddhistischen Lehre gibt es demnach keinen blinden Zufall. Alles was geschieht ist gesetzmäßig, d.h. es geschieht in Abhängigkeit von Bedingungen. Andererseits sollte die Lehre vom bedingten Entstehen nicht als Fatalismus aufgefasst werden.


Sangha: »Der Sangha bedeutet: Der Orden oder die Gemeinschaft der Realisierten.« Als Zufluchtobjekt ist die Gemeinschaft aller Realisierten gemeint, die Formen der Erleuchtung erfahren haben und dadurch entweder sicher der Befreiung entgegengehen oder bereits befreit sind. Eine weitere Bedeutung von Sangha ist der Orden der Ordinierten der Mönche und Nonnen, die nach den Vinaya-Regeln des Buddha leben. Im weitesten Sinne schließt der Sangha auch die Gemeinschaft aller Praktizierenden ein.


Samsara: Wörtlich: »Wanderung«. Kreislauf der Existenzen bzw. der Wiedergurten. Durch das Ursache- und Wirkungsgesetz des Karma sind wir an den unbefriedigenden, leidvollen Daseinskreislauf gebunden. Die Gesetzmäßigkeit wird im »Bedingten Entstehen« (Paticca-Samuppada) erklärt. Ein Ausstieg ist nur durch die Auflösung der Ursachen (Gier, Hass, Verblendung) möglich, oder in anderen Worten durch das Erlangen von Nibbana/Nirvana.


Sanskrit-Kanon: Grundlagenwerk aller Mahayana-Schulen und einiger nicht mehr existenter Hinayana-Schulen. Der Sanskrit-Kanon wurde in der Sanskrit-Sprache, einer Gelehrtensprache der Brahmanen aus dem alten Indien, niedergeschrieben, ist aber größtenteils nicht mehr erhalten. Übersetzungen ins Chinesische und Tibetische sind vorhanden.


Sunyata: »Leerheit« soll besagen, dass alle Daseinsformen leer sind, d.h. dass sie letztlich der Beständigkeit, eines wahren Glückes, der Persönlichkeit entbehren und nicht begehrenswert sind.


Sutta/Sutra: Die Suttas (Pali) bzw. Sutras (Sanskrit) sind die Lehrreden des Buddha oder – seltener – einer seiner Hauptschüler, gegeben bei einem bestimmten Anlaß an eine bestimmte Person oder Personengruppe. Zweiter Teil des Tipitaka (Dreikorbes) des Pali-Kanons. Die Sutten/Sutren wurden gesammelt und in fünf verschiedenen Sammlungen (Nikayas) nieder­geschrieben.


Tanha: »Begehren«. Es ist die Hauptwurzel des Leidens und des sich immer wieder fort­setzenden Kreislaufes der Wiedergeburten. Mit Hinsicht auf die Sinnenobjekte unterscheidet man sechs Arten von Begehren: nach Formen, Tönen, Düfte, Geschmäcken, Körpereindrücken und Geistobjekten. Neben dem sinnliches Begehren, gibt es aber auch das Begehren nach feinkörperlichem Dasein und das Begehren nach unkörperlichem Dasein.


Tantra: »Kontinuum, System« ist im tibetischen Buddhismus die Bezeichnung für verschiedene Arten von Texten, wird aber zumeist als Oberbegriff für die Grundwerke des Vajrayana und die von ihm beschriebenen Meditationssysteme verwendet. Es ist eine auf menschliche Erleb­nisfähigkeit ausgerichtete Überlieferung, welche die spirituelle Entwicklung in Hinsicht auf die Kategorien Basis, Weg und Frucht beschreibt. Die Basis ist die praktizierende Person, der Weg besteht aus den meditativen Pfaden, welche diese Basis reinigen, und die Frucht ist der Zustand, den diese Praktiken herbei führen.


Theravada: »Schule der Ordensälteren«. Alte Schule bzw. Schule des ursprünglichen Buddhismus. Einzige durchgehend erhaltene Tradition der 18 Hinayana-Schulen. Heute vor allem in den Ländern Südasiens verbreitet: Sri Lanka, Myanmar (Burma), Thailand, Laos, Kam­bodscha. Die Lehre ist im Pali-Kanon verankert und wurde in insgesamt 6 Konzilen bestätigt.(Siehe auch Schulen)


Tipitaka/Tripitaka: Tipitaka (Pali) bzw. Tripitaka (Sanskrit) bedeutet »Dreikorb«. Die drei Bereiche des Pali-Kanons, wie sie uns in Pali auf Palmblättern geschreiben überliefert sind:


Upadana: »Anhaften/Anhaftung«. Ein starker Grad des Begehrens. Es gibt 5 Gruppen der Anhaftung: Körperlichkeit (rupa), Gefühl (vedana), Wahrnehmung (sanna), Geistesformationen (sankhara) und Bewusstsein (vinnana).


Vajrayana: Wörtlich: »Diamant-Fahrzeug«. Schulrichtung des Mahayana-Buddhismus, die sich um die Mitte des 1. Jahrtausends vor allem in Nordost- und Nordwest-Indien bildete. Heute vor allem vertreten in Tibet (siehe Tibetischer Buddhismus), Nepal, China und Japan. Ausgeprägtes Ritualwesen, Mantras (»heilige« Silben oder Formeln), Mudras (rituelle Gesten), Visualisie­rungen, Mandalas. Einbeziehung vorbuddhistischer »magischer« Praktiken, enge Beziehung zum Lehrer (Guru), Einweihungen, »geheime« Praktiken und Praxis-Verpflichtungen. Schrift­liche Fixierung in den Tantras.

Vier Edle Wahrheiten: Der Kern der Lehre des Buddha sind die vier Edlen Wahrheiten, die er in seiner allerersten Rede in Isipatana (dem heutigen Sarnath) bei Benares vor seinen ehemaligen Gefährten, den fünf Asketen, erläuterte.

Die vier edlen Wahrheiten sind:

Die vier edlen Wahrheiten können auch als der kürzeste Ausdruck der gesamten Lehre des Buddha und als der gemeinsame Nenner aller buddhistischen Richtungen bzw. Schulen genom­men werden. Die erste Wahrheit besagt, dass alle weltlichen Daseinsformen ungenügend sind, uns niemals vollständig befriedigen können und damit leidhaft sind. Sie stellt die Diagnose unseres Daseins dar. Die zweite Wahrheit beinhaltet die Ursachenanalyse. Die Ursache des Leidens ist in unserem eigenen Geist zu finden: Dem Begehren. Die dritte Wahrheit lehrt, dass es durch Erlöschung des Begehrens notwendigerweise zur Erlöschung des Leidens kommen muss. Die vierte Wahrheit beschreibt den praktischen Weg, der zur Leidensüberwindung führt. Dieser Weg wird als Achtfacher Pfad beschrieben.


Vinaya: Ordensdisziplin. Ein Teil des Tipitaka (Dreikorbes) des Pali-Kanons. Die von Buddha selbst gegebenen Lebens- und Verhaltensregeln für die Mönche und Nonnen in seinem Orden. Für die Mönche wurden 227 Regeln (Bhikkhu-Patimokkha) gegeben, für die Nonnen 311 (Bhikkhuni-Patimokkha). Im Vinaya ist die Entwicklung des Ordens dokumentiert, die einzelnen Regeln werden aufgelistet, erklärt und ihre Entstehungsgeschichte aufgeführt.


Yoga: »Joch« wird prinzipiell jeder Weg zu einer fundamentalen Erkenntnis benannt, also nicht nur die Körper- bzw. Atemübungen. Die tantrischen Praktiken des tibetischen Buddhismus werden ebenfalls als Yoga bezeichnet.


Yogacara: Wörtlich: »das Ausüben des Yoga«. Eine Mahayana-Schule, gegründet von Maitreyanatha, Asanga und Vasubandhu, die das Erkennen lehrt. Alles Wahrnehmbare wird als »nur Geist« angesehen. Es gibt kein reales Objekt außerhalb der Erfahrung und kein Subjekt der Erfahrung. Der Wahrnehmungsprozeß wird mit Hilfe eines postulierten »Speicher­bewußtseins« (Alaya-Vijnana) erklärt. Lehre eines absoluten oder gemäßigten Idealismus. Blütezeit im 6. Jahrhundert, insbesondere in der indischen Klosteruniversität Nalanda.